top of page
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • YouTube

Lizzie Doron – Das Schweigen meiner Mutter



OT: Ve Jom echead od nipagesch

OA: 2010

220 Seiten

ISBN: 978-3423248952

 

Inhalt:

Ein Photo. Ein Garten, Tel Aviv, 50er-Jahre. Im Vordergrund ein kräftiges kleines Mädchen, den Blick in die Kamera gerichtet, einen zweifelnden oder auch verzweifelten Blick, vielleicht blendet aber auch nur die Sonne. Im Hintergrund ein Gebüsch, und dort, eingerahmt von einem kleinen weißen Kreis, ein weiteres Gesicht. Fast unkenntlich, winzig und fern.

Ist das der Vater, den das Mädchen nicht kannte? Nach dem es wieder und wieder vergeblich fragte und dann – längst erwachsen – zu forschen begann? Eine Suche nach Sinn und Begründung eines, wie sich zeigen wird, wahnwitzigen Geheimnisses.


Eigene Meinung

Lizzie Doron hat in diesem Buch ihre persönlichen Erinnerungen zu Papier gebracht – und das auf eine sehr bewegende, zurückhaltende Weise. Ihre Figuren, ihre Umgebung und die inneren Zustände der Menschen sind differenziert und einfühlsam beschrieben. Die tragischen Vergangenheiten und Kindheiten fast aller Beteiligten werden eindringlich geschildert, ohne jemals pathetisch zu wirken. Gerade diese Nüchternheit hinterlässt einen intensiven und nachhaltigen Eindruck.

Mir ging jede einzelne Lebensgeschichte sehr nahe, und ich empfand großen Respekt für die Menschen, von denen hier erzählt wird. Im Zentrum des Buches stehen Verdrängung, Verlust und tief verwurzelte Schuldgefühle. Besonders behutsam beschreibt Doron, wie die Kinder von Shoa-Überlebenden diese Last weitertragen – und wie sie beinahe daran zerbrechen.

Mich hat dieses stille Buch sehr berührt, denn trotz aller Schwere schreibt es letztlich vom Wert des Lebens.

 
 
 

Kommentare


bottom of page