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Kazuo Ishiguro – Damals in Nagasaki


OA: 1982OT: A pale View of Hills

224 Seiten

ISBN: 978-3442727384

 

Inhalt: 

Vor langen Jahren hat die Japanerin Etsuko ihr altes Leben in Japan hinter sich gelassen und ist nach England gekommen. An die Zeit ihrer ersten Ehe mit dem Japaner Jiro denkt sie kaum noch zurück, lebt in der Gegenwart. Erst als ihre noch in Japan geborene Tochter Keiko sich das Leben nimmt, muss Etsuko sich ihrer Vergangenheit stellen. Erschüttert taucht sie ein in eine Welt der Erinnerungen, Träume und Illusionen und blickt zurück auf die Zeit damals in Nagasaki, nicht lange nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Stadt scheinbar dabei war, sich von ihrer Zerstörung zu erholen.


Eigene Meinung:

Dies war das dritte Buch, das ich von Kazuo Ishiguro gelesen habe – und zugleich eines der eindringlichsten. Auch wenn die Rahmenhandlung in England angesiedelt ist, entfaltet sich der zentrale Teil der Geschichte in Japan und eröffnet dabei vielschichtige Einblicke in Kultur, familiäre Strukturen und gesellschaftliche Spannungen.

Themen wie Familie, Schuld, Traumata, Heimat und vernachlässigte Kinder ziehen sich leise, aber konsequent durch den Roman. Auffällig ist, wie zurückhaltend Ishiguro mit historischen Ereignissen umgeht: Obwohl der Ort Nagasaki unausweichlich präsent ist, bleibt das Offensichtliche im Hintergrund und wirkt gerade dadurch umso nachhaltiger.

Was dieses Buch besonders macht, ist seine Atmosphäre. Eine subtile, kaum greifbare Bedrohung liegt über der gesamten Erzählung – nicht laut, nicht eindeutig, aber stetig spürbar. Man ahnt, dass etwas nicht stimmt, ohne es benennen zu können. Das Ende schließlich verändert den Blick auf das zuvor Gelesene und hinterlässt den Wunsch, den Roman noch einmal neu zu lesen.

 
 
 

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