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Joseph Roth – Hiob


OA: 1930

195 Seiten

 

Klappentext:

Mendel Singer lebt mit seiner Familie in einem Stetl in Russland. Sein Leben wird vom Pech verfolgt und trotzdem ist Mendel ein gläubiger Jude, der jeden Tag zu seinem Gott betet und Kinder in der jüdischen Religion unterrichtet. Eines Tages nach vielen, fast unerträglichen Schicksalsschlägen verliert Mendel endgültig seinen Glauben an Gott. Er verflucht ihn, wendet sich ab und lästert absichtlich seinen Glauben. Sein Glück ist, dass er viele wirklich gute Freunde hat, die ihn bei sich aufnehmen und ihn stützen, als er kurz davor ist sein Leben wegzuwerfen.


Eigene Meinung:

Hiob von Joseph Roth hat mich tief berührt. Der Roman kreist um Glauben und Schicksal, um Verlust, Schuld, Trauer und die Erfahrung von Einsamkeit – aber auch um die Möglichkeit von Neubeginn, selbst dort, wo Hoffnung kaum noch vorstellbar scheint.

Mendel Singer ist eine Figur, an der sichtbar wird, wie viel ein Mensch ertragen kann, bevor selbst der festeste Glaube zu zerbrechen droht. Roth stellt dabei keine einfachen Antworten bereit. Stattdessen wirft der Text existenzielle Fragen auf: nach Gerechtigkeit, nach dem Sinn von Leid, nach der Zumutbarkeit von Glauben in einer Welt, die sich immer wieder als grausam erweist. Unweigerlich beginnt man, das eigene Maß an Belastbarkeit zu hinterfragen.

Besonders eindrücklich ist, wie Roth die biblische Hiobsgeschichte in einen modernen, historischen Kontext überträgt, ohne sie zu illustrieren oder zu erklären. Der Roman bleibt zurückhaltend, beinahe nüchtern – und gerade dadurch entfaltet er seine emotionale Wirkung. Hiob ist kein pathetisches Buch, sondern eines, das leise arbeitet und lange nachhallt.

Ein Roman, der Fragen offenlässt, statt sie zu schließen – und gerade deshalb nachhaltig wirkt.Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.

 
 
 

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